P. Herbert Douteil CSSp
Chronogramm
Diözese Cruzeiro do Sul / Brasilien

Missionsarbeit am Oberlauf des Amazonas

Chronogramme 2011

Von mir verfasste Chronogramme in der Reihenfolge der für sie gültigen Jahre (nicht unbedingt wann sie entstanden sind!), wenn möglich mit Angabe des Anlasses, zu dem sie verfasst wurden; bei einigen auch Angabe, in welchem meiner Bücher das entsprechende Chronogramm veröffentlicht wurde - diese Chronogramme sind ein Beweis dafür, dass auch nach so langer Zeit die klassische Bildung hier im Urwald Brasiliens nicht ganz verloren ging und die wissenschaftliche Arbeit an den mittelalterlichen Handschriften ihre Spuren hinterlassen hat!

NB: Ein Chronogramm ist ein Satz oder eine Inschrift, meist in lateinischer Sprache, bei der alle darin vorkommenden Buchstaben, die zugleich römische Zahlensymbole sind (I [1], V [5], X [10], L [50], C [100], D [500], M [1.000]), zusammengezählt die Jahreszahl des Ereignisses ergeben, auf das sich der Text des Chronogramms bezieht. Die Zahlensymbole sind hierbei meist hervorgehoben, etwa durch größer herausgearbeitete Buchstaben, als Großbuchstaben an sich und/oder Vergoldung. aus: Wikipedia, 20.04.2009

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Europa des Glaubens: Papst Johannes Paul II. am Wallfahrtsort der "Trösterin der Betrübten", Butzon & Bercker, Kevelaer, 1987 – S. 71
Mit dem Foto der Unterschrift des Papstes unter dem von mir gedichteten, fehlerhaften Chronogramms

Den Beginn des Jahres 2011 stellte ich unter den Schutz Marias:

2011 aVe MarIa Mater pVra! – Sei gegrüßt Maria, Du, unsere reine Mutter!

2011 fratres: In totIs horIs annI noVI eXaLtate noMen DeI VnIVs et trInI patrIs et fILII IesV ChrIstI atqVe spIrItVs sanCtI paraCLItI - Brüder: Zu allen Stunden des neuen Jahres verherrlicht den Namen des einen und dreifaltigen Gottes, des Vaters und des Sohnes Jesus Christus und des Heiligen Geistes, des Trösters. – Ein Spruch für unser ganzes christliches Leben, und nicht nur für die "fratres", die "Brüder", sondern auch für die "sorores" (Schwestern)

2011 IesVs aeternVs fILIVs Consors paternI LVMInIs LVX Ipse LVCIs et DIes assIstat postVLantIbVs - Jesus, ewiger Sohn, der gleichen Anteil hat am Licht des Vaters, selbst Licht von Licht und Tag, stehe bei denen, die zu Dir rufen! (cf. Brevier: Hymnus: Consors paterni luminis)

2011 MaIor est VerVs aMor – Die wahre Liebe ist [immer] größer!

2011 non errare InhVManVm est – Nichtirren ist nicht menschlich!

2011 paVper est DIVes, sIbI et fILIIs et aLIIs InVIDens; DIVes est paVper ContentVs, CarItatIVVs, nIhIL CvpIens – Arm ist der Reiche, der sich, seinen Söhnen und anderen nichts gönnt. – Reich ist der Arme, der zufrieden ist und wohltätig und nichts begehrt. – 09.03.2011

2011 roMa Vt sIt aeterna – aMor, tV es! – 26.01.2011 – Rom mag ewig sein –Liebe, du bist ewig!

2011 tIbI sIt: sI VIs aMarI, aMa – Dies sei dein Wahlspruch: Willst du geliebt werden, so liebe – Seneca, ep. 9,6

2011 VIta nostra est MInIstrare non MInIstrarI (cf. Mat 20,28: Filius Hominis non venit ministrari, sed ministrare – erster Teil des Leitspruches von Bischof Rüth CSSp. [ * 4/1/13 – PW 5/11/39 – BW 2/10/66 - + 23/10/2006 – zweiter Teil seines Leitspruchs lautete: Cor unum et anima una = Ein Herz und eine Seele]

2011 LVX VIVa fIDeI XrI qVaerIt InteLLeCtVM - Das lebendige Licht des Glaubens Christi sucht den Verstand. – Nach dem Grundsatz von Anselm von Canterbury, daß die menschliche Vernunft und der Glauben sich gegenseitig suchen und erhellen. – Zur Enzyklika “Fides et ratio”

2011 MIChaeL gabrIeL raphaeL arChangeLI trInI CVstoDIte nos! – Ihr drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael, beschützet uns!

2011 nonnIsI In obsCVra CeLLa noCtIs sIDera MICant – Nur im dunklen Gehäuse der Nacht leuchten die Sterne - frei: Je tiefer die Nacht, desto heller leuchten die Sterne in der tiefen Nacht

Einige besondere Ereignisse des Jahres schlugen sich in folgenden Chronogrammen nieder:

2011 Zur Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman (allerdings war sie schon im letzten Jahr am 19.09. 2010)
Cor VnIgenItI fILII atqVe IVre aDoptIonIs fratrIs aD Cor patrIs LoqVItVr In VnItate spIrItVs DIVInI paraCLItI – Das Herz des geborenen Sohnes und seines rechtmäßigen Adoptivbruders spricht zum Herzen des Vaters in der Einheit des Geistes, des göttlichen Beistandes. – Das Chronogramm geht aus von seinem Wahlspruch: Cor ad cor loquitur –

Mein Beitrag zur Kampagne gegen die traditionelle Lehre und Verfassung der Kirche lautet:
2011 1° sItIs Vos qVoqVe perseVerantes In DoCtrIna apostoLorVM et In VnIone fraterna et In fraCtIone panIs eVCharIstICI et In oratIonIbVs VestrIs
2011 2° Vos qVqVe estote perseVerantes In DoCtrIna apostoLorVM et In VnIone CarItatIs spItItVs sanCtI et In fraCtIone panIs et In oratIonIbVs VestrIs [=Seid {auch ihr}beharrlich in der Lehre der Apostel, in wirklich brüderlicher {vom Hl. Geist gewirkten} Einheit, im Brechen des {Eucharistischen} Brotes und in euren Gebeten] cf. At 2,42: Erant autem perseverantes in doctrina Apostolorum, et communicatione fractionis panis, et orationibus. [(Die Christen) waren beharrlich in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft des Brotbrechens und in Gebeten] 12.03.2011 – Chronogramm anknüpfend an die Predigt von Benedikt XVI bei der Weihe von fünf Bischöfen im Petersdom, die als Antwort des Papstes auf die Zölibatsdiskussion in Deutschland gelesen werden kann; darauf weist z.B. hin, dass diese Predigt am gleichen Tage in deutscher Übersetzung vom Vatikan auf seiner Internetseite veröffentlicht wurde; der Papst gibt eine Exegese der Stelle aus der Apostelgeschichte 2,42, spricht deutlich von den Grundpfeilern der kirchlichen Einheit und macht darauf aufmerksam, dass die Bischöfe in Einheit untereinander und mit dem Papst sein müssen und kein „Schilfrohr im Wind“ sein dürfen.

Dr. Zekorn

Anlässlich der Weihe von Dr. Stephan Zekorn zum Weihbischof:
2011 aVe sanCta DeI genetrIX qVae es sIne Labe VIrgo pVra aVe ConsoLatrIX affLICtorVM ora pro grege atqVe pastore! = Sei gegrüßt, heilige Mutter Gottes, ohne Erbschuld reine Jungfrau, sei gegrüßt, Trösterin der Betrübten, bitte für die Herde und den Hirten! -
zur Ernennung von Dr. Stephan Zekorn, des bisherigen Basilikapfarrers von Kevelaer und der Wallfahrt zur Trösterin der Betrübten und Domkapitulars von Münster durch Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Aquae Albae in Mauretanien – Weihe am 13.02.2011

Als WB.s Zekorns Nachfolger als Wallfahrtspfarrer wird Pfarrer Lohmann am 22. Mai in sein neues Amt eingeführt; für ihn wandelte ich das gerade zitierte Chronogramm ein wenig ab durch die für einen Ankommenden passendere Form mit dem dreifachen „Ave“:
aVe sanCta DeI genetrIX aVe sIne Labe VIrgo pVra aVe ConsoLatrIX affLICtorVM ora pro grege atqVe pastore! = Sei gegrüßt, heilige Mutter Gottes, sei gegrüßt, du ohne Erbschuld reine Jungfrau, sei gegrüßt, du Trösterin der Betrübten, bitte für die Herde und den Hirten!

2011 Zum Karfreitag entstand, in Erinnerung an das „O Haupt voll Blut und Wunden“ von Paul Gerhard, dieses Chronogramm:
aVe sanCta faCIes IesV ChrIstI - sVore sangVInIs Conspersa - faLse osCVLata – CorrVpta – LVDIbrIata - DepraVata - spInIs Coronata - ab angeLIs Venerata saLVe – Sei gegrüßt, heiliges Antlitz Jesu Christi: vom Blutschweiß bedeckt, verräterisch geküßt, geschmäht, verhöhnt, entstellt, mit Dornen gekrönt, von Engeln verehrt – heil dir! - 21.04.2011

2011 Das Osterfest darf nicht ohne ein Gedenken durch ein Chronogramm bleiben – es lautet:
ChrIstVs resVrgIt eX MortVIs et VIVIt - IVbILate, ChrIstIanI, LaVDes: aLLeLVIa – Christus ersteht von den Toten und lebt; singt, ihr Christen, Jubel- und Loblieder, Alleluja! - 15.04.2011

Auch hat das eigene „goldene“ Priesterjubiläum der 50 Jahre im priesterlichen Dienst, welches ich gemeinsam mit den beiden noch lebenden Mitbrüdern Albert Claus und Johannes Henschel am Sonntag nach Ostern, am 1. Mai, in der Basilika in Knechtsteden feiern darf, dazu gelockt, ein Chronogramm zu schreiben – es kamen sogar drei heraus; sie lauten:

aLbertVs CLaVs
herIbertVs DoVteIL
Ioannes hensCheL
trIgInta et VIgIntI annos saCerDotes ChrIstI
In CongregatIone sanCtI spIrItVs
atqVe sIne Labe genetrICIs VIrgInIs

(= Albert Claus, Herbert Douteil, Johannes Henschel, fünfzig Jahre Priester Christi in der Kongregation vom Heiligen Geist und der unbefleckten jungfräulichen [Gottes-]Gebärerin) - 13.02.2011

aLbertVs herIbertVs Iohannes trIgInta et VIgIntI annos saCerDotes IesV ChrIstI In CongregatIone DIVInI spIrItVs et CorDIs pVrae VIrgInIs – (= Albert, Herbert, Johannes – 50 Jahre Priester Jesu Christi in der Kongregation des göttlichen Geistes und des Herzens der Unbefleckten Jungfrau).

3° Dazu paßt auch das folgende Chronogramm, das vom Priestertum handelt:
saCerDos agIt ConseCrat absoLVIt non aVCtorItate proprIa seD In persona IesV ChrIstI qVI est CapVt eCCLesIae LVX atqVe VerItas – Der Priester handelt, konsekriert und absolviert nicht aus eigener Vollmacht, sondern in der Person Jesu Christi; dieser ist das Haupt der Kirche, ist Licht und Wahrheit.

Johannes Paul II
Foto: Paul Badde, Rom

Zu drei Chronogrammen anlässlich der Seligsprechung von Johannes Paul II. am selben 1. Mai 2011 inspirierte mich besonders der Leitspruch des Papstes „TOTVS TVVS“ = „Ganz Dir gehörig“:
Vere totVs tVVs sVM o sanCta aC VIrgInaLIs fILIa DeI patrIs genItrIX fILII pIa sponsa spIrItVs sanCtI - Ich gehöre wirklich ganz Dir, heilige, jungfräuliche Tochter Gottes des Vaters, Mutter des Sohnes, gütige Braut des Heiligen Geistes!

„totVs tVVs“ DIXIt Ioannes paVLVs II genetrICI CaeLestI. ea responDIt: „eXsVrge fILI beatVs eXpeCtatVs In Casa patrIs CreatorIs et fILII VnIgenItI saLVatorIs et sponsI spIrItVs paraCLItI“ – „Ich bin ganz dein“, sagte Johannes Paul II. zur Gottesmutter. Sie antwortete: „Erhebe Dich, mein seliger und im Haus des Vaters, des Schöpfers, und des eingeborenen Sohnes, des Erlösers, und des Bräutigams, des Tröstergeistes, erwarteter Sohn“. – (geschrieben am 14.01.2011, Tag der Bekanntmachung der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 2011)

Ioannes paVLVs II
MagnVs,
phILosophVs sagaX, epIsCopVs VIgILans,
sanCtI petrI sVCCessor,
VIator perseVerans,
totVs VIrgInI et pVero obLatVs,
CrVCIatVs passVs,
beatIfICatVs.


Johannes Paul II. der Große: als scharf denkender Philosoph, als wachsamer Bischof, als Nachfolger des heiligen Petrus, als unermüdlicher Reisender, als ein ganz der Jungfrau und dem Sohn Hingegebener, als von Leiden Gequälter, als Seliger.
Ich ging bei diesem dritten Chronogramm von dem Gedanken aus, den Paul Badde (der Korrespondent der „Welt“ in Rom) nach dem Tod von Johannes Paul II. einige Male geäußert hatte, dass JP II wirklich ein Großer gewesen war und diesen Namen auch verdient habe – das habe ich nun ausgebreitet anhand seiner Geschichte und der verschiedenen Lebensstationen (nur wegen der Endsilben den Viator vorgezogen, der eigentlich nach dem Lebensmotto hätte stehen sollen) - „ohne et – und –que“, bzw. „ohne Wenn und Aber“ – ob dies allerdings von den Geschichtsschreibern nach einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten noch so gesehen wird, müssen wir abwarten und denen überlassen.

Als Willkommensgruß zum Besuch des Heiligen Vaters Benedikt XVI. in Deutschland im September schrieb ich:
2011 aVe Ioseph ratzInger beneDICtVs pontIfeX XVI Cooperator VerItatIs qVI VenIs In noMIne IesV fILII VIrgInIs Verae ILLIbatae atqVe pVtatIVI patrIs gLorIosI Ioseph aVe! – Willkommen, herzlich willkommen, Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI., Mitarbeiter an der Wahrheit, der Du kommst im Namen Jesu, des Sohnes der wahrhaft unbefleckten Jungfrau und des glorreichen Pflegevaters Joseph! – ob jemand noch mehr in ein Chronogramm hineinpacken kann, als dies hier geschieht? Das „AVE“ der Begrüßung – Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI. = seinen Namen vor und nach der Wahl zum Papst – mit „Cooperator Veritatis“ seinen Leitspruch – seine Sendung als Stellvertreter Jesus, des Sohnes der Jungfrau Maria und des Pflegevaters Joseph (hier noch einmal die Anspielung auf seinen Taufnamen) – und als Bekräftigung des Willkomms noch einmal das Begrüßungswort „aVe“ am Schluß.

Vorgreifend auf den Advent, unter Verwendung des Introitus der Rorate-Messen:
2011 rorate CaeLI DesVper et nVbes pLVant et eXVberent IVstVM qVI est IesVs XrIstVs eXIn nasCItVrVs eX VIrgIne ILLIbata = Die Himmel sollen reichlich überfließen und den Gerechten herabregnen, Jesus Christus, der jetzt bald von der unbefleckten Jungfrau geboren werden wird.

Und dann ist Weihnachten nicht weit, so dass ich Christus schon wie folgt grüßen darf:
2011 saLVe, IesV, tIbI gLorIa, qVI natVs es De VIrgIne et CVM patre et sanCto spIrItV VIVIs per aeterna saeCVLa – Sei gegrüßt Jesus, Dir sei Herrlichkeit, der Du aus der Jungfrau geboren bist und mit dem Vater und dem Heiligen Geist durch alle Ewigkeit lebst.

Mögen für dieses, für das kommende Jahr und das ganze Leben folgende Sätze gelten:
2011 DeVs seMper proVIDet – Gott wird immer sorgen!

2011 In VMbra ManVs protegat nos = Im Schatten seiner Hand schütze er uns! (Is 49,2)