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Neues aus Cruzeiro do Sul:
Ferien in Deutschland - Diebstahl am Flughafen - mittelalterliches Fachbuch - Erfolge beim Bauernhof der Hoffnung - Ehrenbürgerschaft
26. Juni 2012
Längst ist mein Aufenthalt in Deutschland vorbei, wenn auch nicht vergessen. Natürlich denke noch an die Ferien zurück und die vielen Begegnungen in Schulen, in Pfarreien, bei Freunden und Wohltaetern, bei Verwandten und zumal meiner leider immer noch durch die Lähmungserscheinungen nach ihrem Schlagunfall so sehr behinderten Schwester Maria, an die Besuche bei den Aerzten und ihren letztendlich doch guten Bescheid, dass ich zwar ein „Downbeatnystagmus-Syndrom“ hätte, damit aber noch gut leben könnte, wenn ich nur bestimmte Medikamente nehme und etwas mehr Sport mache – was ich auch so gut, wie es gehen mag, versuche.
Die Reisen waren alle gut verlaufen – bis auf einen Augenblick meiner Unachtsamkeit im Flughafen von São Paulo, als ich meinen Koffer erwartete und mir mein neuer Laptop mit allen gespeicherten Daten, der hinter mir auf einem kleinen Wägelchen stand, gestohlen wurde. Besonders schmerzlich ist der Verlust vieler Internetadressen und der eines großen Teils der Übersetzung des mittelalterlichen Fachbuches „Rationale Divinorum Officiorum“ des Guilhermus Duranti über die Liturgie, die einmal bei einem Spezialverlag in Brugge erscheinen soll. Inzwischen habe ich das Verlorene neu übersetzt und gestern den Rest des im Original 1.300 Seiten langen Werkes beenden können. – Es hat viel geistigen Schweiss gekostet, und für die Revision und die Vorbereitung auf die Edition muss ich noch etwa ein ganzes Jahr einplanen – wenn ich gesund bleibe!
Sonst gibt es viel Schönes und weniger Schönes, wie es nun einmal ist im Leben: Das Schoene ist z.B., dass Bischof Herbst nach einer gelungenen Implantation mit einem Herzschrittmacher aus Rio Branco zurückgekommen ist und es ihm mit seinen 86 Jahren körperlich recht gut geht; dass in unserer Siedlung São Francisco Zufahrt und Straßen asphaltiert wurden; dass im Bauernhof der Hoffnung die ersten ihr erstes Jahr erfolgreich durchgehalten haben und wir dabei sind, das zweite große Wohnhaus zu bauen. Die Umfassungsmauern stehen, der Dachstuhl ist jetzt in Arbeit.
Beim "Jesuskind" hat die Generalversammlung mich wieder zum Präsidenten gewaehlt, wobei die brasilianischen Mitarbeiter sich verpflichtet haben, sich mehr um einheimische Mittel zu bemühen. Sollte es dem bisherigen Präsidenten Valderi gelingen, nach einigen vergeblichen Anläufen endlich Bürgermeister in Guajará und Valdenísio, den zweiten Vorsitzenden, hier Stadtverordneter zu werden, könnten sie den Erhalt der Stiftung für die nächsten Jahre sichern.
Am letzten Freitag beging der Acre das Fest des 50. Jahrestages der Erhebung in den Stand eines Bundeslandes. Aus diesem Anlass wurden auch einige Persönlichkeiten ausgezeichnet, und so erhielt ich stellvertretend für die vielen anderen Mitbrüder, die seit so sehr, sehr vielen Jahren an der Entwicklung unseres Bundeslandes mitgewirkt hatten, den Titel eines Ehrenbürgers des Acre verliehen – die Ehrung gebe ich gerne an die weiter, die es wohl noch mehr verdient haben – wenn ich nur an die verstorbenen Dom Henrique Rueth, an Pe. Carlos Kunz und Bruder Eulogius Schäng und die anderen denke ..., die hier in Cruzeiro ihr Leben so vorbildlich eingesetzt haben!! Möge der Herrgott sie längst schon zu Ehrenbürgern des Himmels ernannt haben!!
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